Stabwechsel beim Förderverein Altenzentrum Herxheim

Herxheim I Die 26. Mitgliederversammlung des Fördervereins war für Dr. Uwe Müller die letzte als Vorstandsvorsitzender. Übergeben hat er sein Amt an Franz-Ludwig Trauth. Dr. Müller zeigte sich glücklich und zufrieden, dass man in Franz-Ludwig Trauth, einen Nachfolger für ihn gefunden hat, dem eine hohe sozialethische Kompetenz zu eigen ist und von dem er weiß, dass der Verein bei ihm in guten Händen sein wird. Er dankte ihm sehr herzlich für diese Bereitschaft. Als Gründungsmitglied steht Dr. Müller seit 1997 dem Verein, der von 27 Mitgliedern heute auf 180 Mitglieder angewachsen ist, vor. Er hat für diese langjährige ehrenamtliche Arbeit am 23. Mai dieses Jahres die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz erhalten.

Franz-Ludwig Trauth und Dr. Uwe Müller bei der Stabübergabe.

„Ich tue das, ehrlich gesagt, nicht so ganz leichten Herzens. Zu sehr ist mir der Verein in den 26 Jahren, in denen ich ihn führen durfte, ans Herz gewachsen. Kaum einen Tag, an dem ich mich nicht zumindest gedanklich mit dem Verein beschäftigt habe. Neben der Familie und meinem Beruf, hat er sich zur dritten Säule in meinem Leben entwickelt und er wird mir mit Sicherheit fehlen“. Mit diesen Worten leitete er seine Abschiedsrede vor den Anwesenden als Vorstandsvorsitzender ein.

Anlass für die Gründung des Fördervereins waren Defizite im Altenzentrum, das damals, wie auch heute noch, unter kommunaler Verwaltung stand. Die Gründungsmitglieder sahen eine Verpflichtung, sich ausgleichend einzubringen.

 „Jeder ist alleine für alle verantwortlich“. Dieser Gedanke von Antoine de Saint-Exupéry war das Leitmotto für die Arbeit des Fördervereins, der sich stets bemühte eine gute Kooperation mit der Einrichtungsleitung zu pflegen.

Waren anfangs Defizite bei Pflegemitteln zu beheben so konnten nach und nach auch Beschaffungen und Unternehmungen für die Bewohner:innen durch Mitgliedsbeiträge und Spenden getätigt werden, die allesamt das Ziel hatten, die Lebensqualität der Bewohner:innen im Hause zu erhöhen und um ihnen die Beschwernisse des Alters zu erleichtern.

In der Mitgliederversammlung gab Dr. Müller seinen Rechenschaftsbericht ab, der eindrucksvoll unter Beweis stellte, welche Leistungen der Förderverein unter seiner Führung im Berichtszeitraum erbrachte. Evakuierungsdecken, Hüftprotektoren, Antidekubitus-Matratzen und Matten zur Sturzprophylaxe sind nur einige der Anschaffungen für die Bewohner:innen. Weiter gab es Marktbesuche, eine Zirkusvorstellung vor dem Hause, Konzerte, Tierbesuchsdienst und einen Malkurs. Sie alle waren eine sehr willkommene Abwechslung im Heimalltag und wurden rege angenommen. 

Besondere Beachtung fand natürlich das Rikscha-Projekt. Seit Anfang des Jahres 2021 verfügt der Förderverein über zwei Rikschas, die von 17 „Piloten“ gefahren werden. An jedem Wochentag ist eine Dreiergruppe im Einsatz die Fahrten organisiert. Zur Unterscheidung wurde die Rikscha1 Anna und die Neuanschaffung Berta genannt. Eingesetzt werden sie, sobald die Witterung es zulässt, von Mitte März bis Anfang November. Mit beiden Fahrzeugen wurden 2022 insgesamt 3894 km zurückgelegt und 401 Personen befördert. Jeder Rikscha-Piloten hat 29 Stunden Fahrzeit ehrenamtlich eingebracht. Dabei ist die Vor- und Nachbereitung der Fahrten noch nicht mit eingerechnet. Für die Bewohner:innen des Altenzentrums ist es immer ein Erlebnis durch Herxheim zu fahren, Neues zu sehen und Dinge wieder zu entdecken die sie aus ihrer Kindheit oder auch als Erwachsener gesehen haben und schon lange wieder vergessen hatten.

Im Bereich der Medienprojekte gab es neben dem Abonnement der „Rheinpfalz“ und des Lesezirkels „Bunte Mappe“ Neuanschaffungen wie ein Mischpult und eine Retro-Stereoanlage. Besonders zu erwähnen ist hier noch die Anschaffung des Care-Tabels, durch eine großartige Unterstützung der Hubert-Eichenlaub-Stiftung. Er kostete 8000,- Euro und ist ein multifunktionales, digitales tischgroßes Gerät, das nahezu alle intellektuellen Bedürfnisse der Heimbewohner:innen abdeckt. 

Im Bereich der Arbeitsgruppen, die ebenfalls ehrenamtlich sind, ist die Vorlesegruppe und die Boule-Gruppe sowie die Inventarisierung und Wartung der vom Verein bereitgestellten Dinge fester Bestandteil der Aktivitäten der Mitglieder.

All das kann nur geleistet werden, wenn durch Mitgliedsbeiträge und Spenden genügend Mittel bereitstehen. 

Mit einem Dank an alle für die Energie und Kraft, die nicht nur von den Vorstandmitgliedern, sondern auch von allen Vereinsmitgliedern geleistet wurde beendete Dr. Müller seinen Rechenschaftsbericht. (vw)