Fischpass in Rinnthal fast fertig

Teil des Gewässerpflege- und Entwicklungsplans des Kreises SÜW

Die Fertigbetonteile des neuen Fischpasses werden bei der alten Stuhl- und Tischfabrik in die Queich eingesetzt.

Rinnthal I Bis zuletzt wurden Fische und wirbellose Kleinlebewesen auf Höhe der alten Stuhl- und Tischfabrik in Rinnthal bei ihrer Wanderung durch die Queich noch ausgebremst – zu groß war der zu überwindende Höhenunterschied von rund 70 Zentimetern. Mit dem neuen Fischpass, einer rund zehn Meter langen Aufstiegshilfe, können sie in Kürze ungehindert zwischen ihren typischen Nahrungs-, Laich- und Rückzugslebensräumen wandern. Die zu überwindende Höhe beträgt dann an den verschiedenen Stufen nur noch jeweils 14 Zentimeter. Zwischen den einzelnen Stufen haben die Tiere die Möglichkeit, sich vor dem nächsten Sprung auszuruhen.

Beim Vor-Ort-Termin am Montag, 21. August, machten sich Pressevertreter gemeinsam mit Vertretern des Ingenieurbüros IPR Consult aus Neustadt, der ausführenden Firma Schleith GmbH Baugesellschaft aus Mannheim, Rinnthals Ortsbürgermeister Torsten Hertel, Kreistagsmitglied Werner Schreiner, Erster Kreisbeigeordneter Georg Kern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße ein Bild von der Baustelle, die in etwa zwei bis drei Wochen abgeschlossen sein soll. „Hier gehen Umweltschutz und Hochwasserschutz Hand in Hand“, sagte Kern. Nicht nur würde den Fischen die Wanderung erleichtert und somit deren Bestand gesichert. Auch hätten die Planenden mögliche Starkregenereignisse im Blick gehabt. Georg Kern: „Beides miteinander zu vereinbaren, ist an dieser Engstelle zwischen der vorhandenen Bebauung gewiss kein leichtes Unterfangen gewesen.“ Er bedankte sich darüber hinaus bei den Anwohnerinnen und Anwohnern für ihre Geduld.

Unerwartete Probleme
Die Baustelle habe auch gezeigt, so der Kreisbeigeordnete, dass bei Maßnahmen in Gewässern mit Überraschungen gerechnet werden müsse. Ursprünglich hätten die Arbeiten bereits, nach Baubeginn im Juni, Mitte Juli abgeschlossen sein sollen. Doch die Wasserhaltung bereitete den Verantwortlichen Probleme: Vorgesehen war eine Absperrung im Oberlauf und ein Umleiten des Wassers durch ein Rohr im Bachbett, um so das Baufeld vom Wasserdurchfluss abzuschneiden und weitgehend trocken zu legen. Nachdem der Wasserspiegel abgesenkt worden war, stellte sich die Wasserhaltung jedoch als unerwartet problematisch dar, da von verschiedenen Seiten Wasser eindrang. Deshalb wurde entschieden, das Bauwerk in seiner Position zu verschieben sowie Bauteile auf Magerbeton zu gründen.

Nun geht die Baumaßnahme auf die Zielgerade zu: Am Montag waren bereits fünf der elf tonnenschweren Fertigbauteile des Fischpasses eingesetzt, sechs weitere werden in den kommenden Tagen folgen. Um die Strömungsvielfalt zu erhalten, werden zudem an einigen Stellen Wasserbausteine mit rauer Oberfläche eingebaut.

Kosten werden zu 90 Prozent gefördert
Der Fischpass in Rinnthal wurde entsprechend der EU-Wasserrahmenrichtlinie errichtet. Die Kosten von rund 206.000 Euro werden zu 90 Prozent über das Landesprogramm „Blau plus“ gefördert. Die restlichen zehn Prozent zahlt der Landkreis Südliche Weinstraße.
Als nächste Durchgängigkeitsmaßnahme steht die sogenannte Glatte Sohlgleite in Albersweiler an. Dort wird durch ein Ingenieurbüro in Zusammenarbeit mit der Oberen und Unteren Wasserbehörde geprüft, welche Maßnahme an diesem Standort in Frage kommt. (vw)